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StudiPat

StudiPat ® - studienbegleitende Patientenbetreuung ist ein obligates Lehrformat an der Universität Köln

Die Studierenden sollen im Rahmen des StudiPat frühestmöglich, nämlich ab dem 1. Semester,  Kontakt mit einem Menschen bekommen, der aufgrund von Störungen seiner Gesundheit regelmäßig hausärztlich versorgt wird. Sie erlernen, die Persönlichkeit eines Patienten wahrzunehmen, sein Umfeld, seine Anamnese, auch in mehreren Abschnitten, zu erfahren und ärztlich orientierte Gespräche zu führen.

Themenkatalog des StudiPat

  • soziale Anamnese: Familie, Beruf, Hobbys, soziales Umfeld
  • Krankheitsgeschichte: Welche Erkrankungen sind wann aufgetreten? Wie haben Erkrankungen das Leben verändert? Welche aktiven Leistungen zum Gesundheitserhalt erbringt der Patient? Wie wird die Lebensqualität empfunden?
  • Arzt-Patient: Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken. Was erwartet der Patient von (s)einem Arzt? Welche Defizite im Gesundheitssystem werden offenbar?
  • Erlebte Anamnese: Wie wirkt der Patient? Welche Assoziation löst das Gespräch mit dem Patienten aus? (nach Mortsiefer)

 

Im ersten Semester gibt es eine Einführungsveranstaltung. Eine weitere Vorlesung findet in kleinen Gruppen bis 40 Studenten statt. Ihre Gruppeneinteilung finden Sie aktuell bei Klips 2.0.

Es soll erlebt werden, dass Krankheit und Kranksein nicht gleichzusetzen sind.

Die die Allgemeinmedizin in besonderem Maß bezeichnenden Begriffe

  • Erlebte Anamnese
  • Langzeitkontakt
  • Unausgelesenes Krankheitsgut
  • Multimorbidität
  • Abwartendes Offenlassen
  • Kompetentes Verzichten
  • Grundversorgung

sollen ebenso verstanden werden wie die Dynamik von Schnittstellen zu gebietsärztlicher Diagnostik und Therapie sowie die Grundzüge des Gesundheitssystems.

Dieses Wissen ist nicht nur erforderlich für diejenigen Studierenden, die das Fachgebiet Allgemeinmedizin anstreben, sondern auch unverzichtbar für alle anderen ärztlichen Tätigkeiten.

Um diese Ziele zu erreichen, stehen zahlreiche hausärztliche Praxen in Köln und Umgebung zur Verfügung, die unentgeltlich an der Ausbildung beteiligt sind.

Die Studierenden wählen eine dieser Praxen aus und bewerben sich dort um Aufnahme.
Der Ausbildungsarzt wählt einen seiner Patienten aus und führt nach dessen Einwilligung und entsprechender Terminabsprache diesen mit dem Studierenden zusammen.

Dieser Patient soll möglichst chronisch krank und multimorbide sein, uns er sollte eine angemessene Prognose haben.

Der Erstkontakt findet regelmäßig in der Hausarztpraxis statt, der Ausbildungsarzt weist den Studierenden in die Situation ein und berät auf Bitte des Studierenden in organisatorischer und fachlicher Hinsicht.

Weitere Kontakte mit dem Patienten sollten zumindest einmal in der Wohnung des Betreffenden stattfinden und in der Regel persönliche Treffen sein. Die Kontakthäufigkeit ist freigestellt; es soll gewährleistet sein, dass der Studierende stets über den gesundheitlichen Zustand und wichtige biografische Entwicklungen informiert ist.

Nach dem 1. Semester ist ein Dossier zu schreiben, das biografische Daten, eine Krankheitsanamnese sowie aktuelle diagnostische und therapeutische Maßnahmen enthält, als ausführliche Basis für die späteren Darstellungen.

Schriftliche Patientenvorstellung als Beschreibung der soziodemografischen Daten

Das Erstdossier soll beschreiben, um welchen Patienten es sich handelt, wie er beschaffen ist, seine soziale Situation, die Gründe, weshalb er "Patient" ist, also seine chronischen und akuten Gesundheitsstörungen (Behandlungsgegenstände), seine Erwartungen an die Behandlungen, seine Arztkontakte.

Weiterhin Datum und Ort der Gespräche, sowie den persönlichen Eindruck des Studierenden. Der Umfang des Dossiers ergibt sich aus der Menge der in Erfahrung gebrachten Daten. Wir erwarten ein sprachlich gutes, formal richtiges und strukturiertes Format.

Medizinische Fachbegriffe sind nur zu verwenden, wenn der Inhalt verstanden ist. Medikamentenlisten sollten angehängt werden mit Nennung des Substanznamens, der Tagesdosis und der Indikation.

 

Nach dem 2. und 4. Semester ist eine Zwischenanamnese in Form eines „Arztbriefes“ zu schreiben.

Dieser enthält Angaben zum Berichtszeitraum, die in dieser Zeit durchgeführten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen unter Bezugnahme auf die relevanten Dauerdiagnosen und die bio-psycho-soziale Situation, sowie einen Ausblick zum weiteren Procedere und ggf. zur Prognose.

Nach dem 3. Semester soll der Studierende nach entsprechender zeitlicher Absprache den Patienten seinem Ausbildungsarzt mündlich berichtend vorstellen – erlernt werden soll eine pointierte Patienten – und Problemvorstellung analog  den Anforderungen bei einer „Chefarztvisite“. Dies dient auch einer guten Interaktion von Ausbildungsarzt und Studierendem.

Für die Leistungen des 1. bis 4. Und darüber hinaus bis 7. Semester erteilt der Ausbildungsarzt dem Studierenden jeweils zeitnah mit Datum und Unterschrift ein Attest in der StudiPat-Mappe. Es ist keine Benotung vorgesehen, allerdings soll der Ausbildungsarzt auf eine inhaltlich und formal angemessene Darstellung hinwirken.

Die StudiPat-Mappe ist vor Anmeldung für die ärztliche Vorprüfung, resp. Äquivalenzprüfung mit allen Testaten im Büro des Schwerpunkt Allgemeinmedizin vorzulegen.

Im klinischen Teil des Studiums ist wiederum eine Gliederung mit „Arztbriefen“ im 5. und 7. Semester und einer mündlichen Patientenvorstellung / Falldiskussion im 6. Semester verpflichtend.

Abschlussdossier

Nach dem 8. Semester ist ein Abschlussdossier zu verfassen, das eine Übersicht über die gesamte Betreuungszeit gibt, eine persönliche und kritische Wertung des Erlebten enthält und eine fachliche und prognostische Einschätzung umfasst. Dieser Abschlussbericht ist mit der StudiPat-Mappe wiederum im Schwerpunkt Allgemeinmedizin einzureichen und wird dort benotet. Diese Note ist ein Bestandteil der Gesamtnote für das Fach Allgemeinmedizin.

Anmerkungen zu den StudiPat-Dossiers

Die bisher vorliegenden Dossiers sind so unterschiedlich in ihrer Form und Ausdruckskraft wie die Patienten, die Ausbildungspraxen und die Studierenden. In den meisten Fällen erscheint der Sinn des Programms allerdings gut erfasst.

Wir wünschen uns für die Weiterführung des Projekts, dass

  • die Dossiermappe chronologisch weitergeführt wird
  • alle Dossiers zusammen vorgelegt werden
  • keine Wiederholungen von Anamnese und Erstbefund geschrieben werden
  • die Dossiers abgeheftet, aber nicht in Prospekthüllen „versiegelt“ werden
  • keine Arztbriefe aus Krankenhäusern als eigene Schreibleistung ausgegeben werden
  • der „Jargon“ unseres Faches, also die literaturübliche Fachsprache, benutzt, aber auch verständlich erklärt wird
  • Namen (von Medikamenten u.ä.) exakt und nicht lautmalerisch verwendet werden
  • die subjektiven Beschwerden, das Befinden der Patienten subtiler erfragt und beschrieben werden und dass
  • alle wissen, dass man „Arzt“ nicht: „Artzt“ schreibt.

 

Formatvorlage Arztbrief (Kurzform)

Evaluation Studipat

Informationen zur neuen StudiPat-Regelung

 



Blockpraktikum

Das Blockpraktikum im Fach Allgemeinmedizin findet zwischen dem achten und neunten Semester während zehn zusammenhängender Tage in einer akkreditierten Ausbildungspraxis (mit honoriertem Sondervertrag) statt. Dies soll nach Möglichkeit dieselbe Praxis sein, in der auch das StudiPat-Programm durchgeführt wurde.

Ziel ist die Anleitung zu selbstständiger Tätigkeit am Patienten und die Einbeziehung in die Entscheidungswege der hausärztlichen Betreuung. Anhand des Praktikumheftes wird testiert, welche der aufgezählten Tätigkeiten und Fähigkeiten der Studierende erlernt hat.

Der Praxisinhaber benotet das Blockpraktikum mit einer examensrelevanten Note. Zur Beurteilungsskala siehe Anleitung zur Zensurengebung.

Mit dem Praktikumsheft wird das Blockpraktikum zugleich evaluiert. Das Praktikum muss im Büro Allgemeinmedizin vor Beginn angemeldet werden. Die erforderlichen Unterlagen zur Erstellung des Blockpraktikumheftes erhalten Sie im zuständigen Büro des Schwerpunktes Allgemeinmedizin.

Allgemeine Hinweise zur Benotung im Schwerpunkt Allgemeinmedizin
Die Note für den Fachblock Allgemeinmedizin besteht nur aus der Klausurnote im 4. klinischen Semester.

Die Note für das Blockpraktikum Allgemeinmedizin wird gemittelt aus der Note für das 2-wöchige Blockpraktikum Allgemeinmedizin in den niedergelassenen Ausbildungspraxen und aus der Gesamtbewertung der 4 klinischen Dossiers. Dabei liegt die Gewichtung für die Gesamtnote bei der Beurteilung der Dossiers, Beispiele:

Praktikum 1 Dossiernote 4 = Gesamtnote 3
Praktikum 1 Dossiernote 3 = Gesamtnote 2
Praktikum 2 Dossiernote 1 = Gesamtnote 1
Praktikum 3 Dossiernote 1 = Gesamtnote 2

Die Eintragungen der Noten für das Blockpraktikum Allgemeinmedizin in uk-online erfolgen erst, wenn Sie beide Teile (Praktikum und 4 Dossiers) absolviert haben.



Vorlesung
Im vorletzten Semester des Studiums sind sechs Doppelstunden zu absolvieren, in
denen eine Aufarbeitung des hausärztlichen Themenspektrums mit den erworbenen
Kenntnissen und den gewonnen Erfahrungen vorgenommen wird. Es besteht keine
Anwesenheitspflicht. Eine Abschlussklausur der freien Beantwortung (m.e.q.)
führt zu einer Gesamtnote des Faches Allgemeinmedizin.

Materialien zur Vorlesung (ILIAS)



Wahlpflichtfach
Als Zusatzangebot für die Studierenden im zweiten Abschnitt des Studiums finden Seminare für Kleingruppen (bis 10) zu ausgewählten Fragestellungen, zum Beispiel Suchtmedizin, Palliativmedizin, Multimorbidität, Prävention statt.